Kapellenverein trauert um Jörg Müller, den 2. Vorsitzenden.

Nachdem wir mit der Sternsingeraktion in der Kapelle, die auf sehr gute Resonanz stieß, hoffnungsfroh ins neue Jahr gestartet sind, gibt es nun traurige Neuigkeiten.  

Jörg Müller, unser 2. Vorsitzender des Kapellenvereins, ist verstorben. Sein Verlust hinterlässt eine große Lücke. 

Er war als ehemaliger Architekt im Dienst der Landwirtschaftskammer Rheinland unter anderem mit der Pflege und Sanierung denkmalgeschützter Gebäude sowie mit dem Neubau der Landwirtschaftskammer Roleber betraut und brachte dieses jahrzehntelange Fachwissen in die Sanierung der Vinxeler Kapelle mit ein. Bis zuletzt kümmerte er sich intensiv und unermüdlich um das Projekt. Kein Aufwand war ihm dafür zu viel. Bei den Tagen des offenen Denkmals und anderen Veranstaltungen in der Kapelle war er immer an erster Stelle dabei, genauso wie bei wichtigen Sitzungen des Stadtrates, Bürgeranträgen und Ortsterminen, wenn es um die Belange der Kapelle ging. Er unterstützte als Gründungsmitglied den neuen Kapellenverein mit Rat und Tat, wo er nur konnte und schrieb zahlreiche Leserbriefe. 

Darüber hinaus lag ihm auch das Umfeld der Kapelle sehr am Herzen, das er als historische und ästhetische Einheit verstand. So setzte er sich für die Entwicklung eines Bebauungskonzeptes auf dem Hobshofgelände unter Berücksichtigung der lokalen Bautradition und mit dem Erhalt der alten Hofscheune ein, die nach seiner Vorstellung als Versammlungsraum für die Vinxeler Bürger hätte dienen sollen. 

Mit Weitblick und einer klaren Haltung ging es ihm zudem immer um die Ortsentwicklung Vinxels als Ganzes. Kritisch begleitete er Planungen für Neubaugebiete, wenn sie sich nicht in das Ortsbild einfügen wollten, überdimensioniert waren oder wie am Düfenbach, den gewachsenen Charakter des Ortes mit seinen essentiellen Freiflächen, unwiederbringlich verändern sollten. 

Als langjähriges Vorstandsmitglied im Bürgerverein kämpfte er gegen unangemessenen Straßenausbau, gegen die ICE-Trasse durch das Siebengebirge und andere Projekte. 
Sein ehrenamtliches Engagement verstand er als gesellschaftspolitischen Beitrag und als Bürgerpflicht – jedoch nicht im Sinne einer preußischen Pflichterfüllung, sondern mit rheinischem Herzblut. 
Dabei war er ein aufrichtiger, warmherziger Mensch mit einer scharfen Beobachtungsgabe und viel Humor. 

Wir vermissen ihn jetzt schon und werden ihn in bester Erinnerung behalten. Wir bitten um ein Gebet für den Verstorbenen.