Patronatsfest, Kapellenwanderung & Status Sanierung
Am Mittwoch, 1.7.2026 feiern wir um 19 Uhr im 678. bzw. 268. Jahr seit der Erbauung der Vinxeler Kapelle das Patronatsfest St. Mariae Heimsuchung. In Zeiten vielfacher Krisen und Herausforderungen ist dies ein besonderer Grund zum Feiern!
Über die Jahrhunderte hinweg haben Vinxeler Bürger in der Kapelle trotz Kriegs- und Krisenzeiten zusammengehalten und auf Gott vertraut. Nach den verheerenden Zerstörungen der Erbfolgekriege und der Pest im 17. Jahrhundert sowie den Schäden durch den 1. und 2. Weltkrieg haben sie das kleine Gotteshaus immer wieder neu aufgebaut – teilweise mit einfachsten Mitteln. Die Kapelle dient bis heute als Ort der Spiritualität und zum Treffpunkt für das Dorf. Die Vinxeler Madonna, die auch dieses Jahr wieder zum Gottesdienst in die Kapelle aus dem Siebengebirgsmuseum zurückkehrt und wahrscheinlich aus der Abtei Heisterbach stammt, ist Ausdruck tiefer Volksfrömmigkeit um 1500 und ein Symbol für Hoffnung, Zuversicht und Beständigkeit – gerade auch jetzt.

Wir laden herzlich zum Patronatsgottesdienst ein.
Mitte August findet wieder die Kapellenwanderung statt und am 13.9.2026 der Tag des offenen Denkmals. Näheres zu den Veranstaltungen folgt.
Der Vinxeler Kapellenverein hat es geschafft, eine Privatperson als Mäzen für die Restaurierung der wertvollen Paramente (liturgische Gewänder etc.) zu gewinnen, die ebenfalls im Siebengebirgsmuseum aufbewahrt werden. Wir sind sehr dankbar für das äußerst großzügige Engagement und freuen uns das Projekt demnächst der Öffentlichkeit vorstellen zu können.
Darüber hinaus hat uns eine Vinxeler Familie eine große Spende für die neue Ausstattung der Kapelle überlassen.
Die besondere Spendenbereitschaft engagierter Bürgerinnen und Bürger zum Erhalt unseres Ortsmittelpunktes und kulturellen Erbes für die kommenden Generationen bedeutet uns sehr viel! Damit wird Verantwortung und Verbundenheit mit Heimat, Geschichte, Gegenwart und Zukunft deutlich.
In dem Zusammenhang möchten wir uns auch bei allen Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die uns historische Objekte, die mit Vinxel in Verbindung stehen, für die Kapelle als Schenkung überlassen. Wir werden versuchen, Ihnen einen würdigen Platz zu sichern.
In der Zwischenzeit sind die Arbeiten zur Sanierung der Kapelle auf Eis gelegt. Es wurde ein Baustop verhängt, nach dem wir als Verein die übergeordneten Behörden zur Korrektur und Kontrolle eingeschaltet haben. Dies war aus unserer Sicht aus verschiedenen Gründen notwendig.

Bei einem Ortstermin im März mit Vertretern von Politik, Verwaltung und ausführendem Architekturbüro zeigten sich etliche Ungereimtheiten in der Planung.
Da unser Verein seit längerem mit der Arbeitsweise der Verwaltung vertraut ist, sollte ein Bürgerantrag von 2025 zur Verkehrsberuhigung der Vinxeler Straße durch eine Ortsumgehung mit Radwegen und zur Fundamentsituation der Kapelle bereits vorab den Fokus auf das Thema lenken. Die Verwaltung hat den Bürgerantrag ihrerseits – ob absichtlich oder unabsichtlich sei dahingestellt – mit Auslassungen und Fehlern kommentiert und den Ratsvertretern zur Abstimmung im März 2026 vorgelegt. Das Ergebnis der Abstimmung – eine Ablehnung – war vorhersehbar, aber zugleich ein Beweis dafür, was Weitsicht, Nachhaltigkeit, Transparenz etc. zählen.
Ausgelassen werden soll demnach die eingehende Untersuchung der Fundamente, obwohl alle bisher involvierten Gutachter, darunter der LVR, dies aus statischen Gründen dringend empfohlen hatten. Eine solche Untersuchung wäre nicht nur technisch notwendig, sondern könnte auch wertvolle Erkenntnisse zum Vorgängerbau aus dem Mittelalter zu Tage fördern. O-Ton der Verwaltung dazu: “Die untere Denkmalbehörde möchte nicht, dass außen gegraben wird, sonst findet man möglicherweise noch Knochen oder etwas Archäologisches.” Angesichts solcher Aussagen muss man sich ernsthaft fragen, ob es sich bei der Angelegenheit um einen Schildbürgerstreich handelt. Während wir gedacht hatten, die Stadt habe nun endlich eingesehen, dass es darum ginge, ihr eigenes Baudenkmal für die nächsten 100 Jahre zu ertüchtigen und zukunftsfähig zu machen, strebt man scheinbar lieber Übergangslösungen für die nächsten 10-20 Jahre an und nimmt billigend in Kauf, dass spätestens bei einer Bebauung des Hobshofgeländes wieder eine weitere Sanierung der Kapelle erfolgen muss, weil sich dann neue Schäden am Baudenkmal zeigen werden. Doch wer soll dann die Kosten dafür tragen? Ein Investor wird vermutlich dankend ablehnen, denn die Probleme an der Kapelle sind hausgemacht und gehen auf das Konto der Stadt, die sich Jahrzehnte lang nicht um ihr Denkmal gekümmert hat. Bis dahin dürften die Baukosten weiter gestiegen sein, so dass alles noch teuerer werden wird, als heute.
Wie darüber hinaus aus den bisherigen Planungsunterlagen zur Sanierung der Kapelle hervorgeht, möchte die Stadt offenbar die Freilegung des noch vorhandenen Original-Barockfussbodens in der Kapelle umgehen oder zumindest ganz hinten anstellen – bis vermutlich kein Budget mehr vorhanden ist. Was das mit einer denkmalgerechten Sanierung zu tun hat, weiß allein die Verwaltung.
Gleiches gilt für die Gestaltung des Außenbereichs: ein Budget von 1.625 Euro für den Neuanstrich des Zaunes, den Neuverputz und Anstrich der Einfriedungsmauer, die Bepflanzung des Gartens und Pflasterung rund um die Kapelle soll reichen. Es wird demnach gespart, was das Zeug hält – O-Ton der Verwaltung: “Wir möchten selbstverständlich weit unter dem Budget bleiben.” So sieht dann die Lösung aus: Statt einer “denkmalgerechte” Materialauswahl und nachhaltigen Lösungen werden außen Betonplatten verlegt und innen ein neuer Fußboden über den Originalboden – während die Stadt privaten Denkmaleigentümern teilweise bis ins Detail Vorschriften zur Verwendung denkmalgerechter Materialien und die Wiederherstellung des Originalzustandes macht. Sollte eine Kommune nicht als Vorbild für ihre Bürger dienen oder nimmt sie es mit der gesetzlichen Verpflichtung zur denkmalgerechten Restaurierung und Sanierung eigener Baudenkmäler lieber nicht so genau? Der Eindruck des Messens mit zweierlei Maß drängt sich auf.
Die Absurdität wird komplett, wenn es noch tiefer in die Detailplanung geht: Bei einem Budget von 480.000 Euro (ein Viertel des Budgets entfällt übrigens allein auf Baunebenkosten, d.h. Architekt etc.) soll beispielsweise in der Kapelle eine einzige Steckdosenleiste neben der Türe dazu dienen, die Stromversorgung im ganzen Raum zu gewährleisten. Auf unsere Frage, wie man in der Nähe des Altares einen elektrischen Anschluss erreichen könne, war die lapidare Antwort: “Mit einer Verlängerungsschnur.” Diese Art der notdürftigen Behelfskonstruktionen praktiziert die Kapellengemeinde seit dem Ende des 2. Weltkrieges und damit sollte nach einer Sanierung endgültig Schluss sein – zumindest nach unserer Vorstellung. Doch offenbar liegen nicht nur an dieser Stelle gewisse Diskrepanzen in der Einschätzung vor.
Dabei sollte man sich generell fragen, weshalb die Vinxeler Kapelle die Einzige in Königswinter ist, die sich seit langem in städtischem Besitz befindet: Die Kapelle wurde übernommen, weil zu ihr umfangreiche Ländereien gehörten, die von Vinxeler Bürgern zum Erhalt der Kapelle zweckgebunden gestiftet worden waren. Die Ländereien hat sich die Stadt gerne einverleibt und an einen Investor verkauft – wie aus Archivunterlagen eindeutig hervorgeht: von langer Hand geplant. Bisher wurde jedoch keine Entschädigung gezahlt, so dass die Gelder weiterhin vorhanden sein müssten, wenn sie nicht zweckentfremdet ausgegeben wurden. Dass mit den Ländereien die Kapelle und damit die Verantwortung für den Erhalt verbunden war, hat man lange genug ignoriert. Die Kröte, jetzt die sanierungsbedürftige Kapelle aus dem dafür vorhandene Budget jetzt stringent denkmalgerecht zu sanieren, wird die Stadt auch in Zeiten leerer Kassen wohl oder übel schlucken müssen. Wer A sagt, muss auch B sagen. Die übergeordneten Behörden werden hoffentlich für die nötige Konsequenz sorgen.
Wir bleiben jedenfalls dran und lassen Verwaltung und Politik nicht aus der Verantwortung.