Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Königswinter beschließt Kapellensanierung
Eine Sanierung der Vinxeler Kapelle ist durch die Stadt Königswinter im Februar 2026 endlich final beschlossen worden. Nach Jahrzehnten der denkmalgefährdeten Vernachlässigung des maroden Baudenkmals durch seine Eigentümerin (Stadt Königswinter) und diversen Bürgeranträgen sowie Dienstaufsichtsbeschwerden gegen zuständige Verwaltungsmitarbeiter, bewegen sich Stadtverwaltung und der Rat endlich: Es gab grünes Licht für die Sanierung des Baudenkmals mit Entwurfsplanung der Maßnahmen und Kostenberechnung. Dem letzten Bürgerantrag der Kapellengemeinde und des Kapellenvereins ist endlich entsprochen worden. Ein wichtiges, erfolgreiches Zwischenziel den (ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen) Erhalt des Denkmals zu sichern.
In der aktualisierten Vorlage für den Beschluss wurden zudem weitere Kostensteigerungen durch die Stadtverwaltung eingeplant. Für den Kapellenverein stellt diese “Salamitaktik” der Stadtverwaltung bei der Kostenplanung jedoch keine Überraschung dar, wie auch der Bonner Generalanzeiger (Paywall) berichtete. Die Kostensteigerung in der Sitzungsvorlage um circa 25 Prozent entspricht ungefähr dem, was der Kapellenverein bereits nach dem ersten Kostenentwurf 2023 und der Freigabe 2024, prognostiziert hatten. Die Einschätzungen wurden damals von der Verwaltung und Teilen der Politik jedoch als übertrieben und haltlos zurückgewiesen. Das ist übrigens ein grundlegendes Muster welches im Zusammenhang mit der Kapelle und drohenden Kosten leider immer wieder an den Tag gelegt wird: Negieren von Fakten und Hinweisen, sogar trotz vorgelegten Gutachten durch die Bevölkerung, bis die Faktenlage derart erdrückend ist, dass es keine Ausflüchte mehr gibt.
Auch in der jetzigen Planung verbleiben mögliche gravierende ungeklärte Kostentreiber. So beispielsweise die Freilegung/Sanierung des original barocken Steinbodens oder die Situation und ggfs. Ertüchtigung von Fundamenten/Gründung des Denkmals, wie von etlichen Gutachtern gefordert. Letzteres ist vor allem angesichts der geplanten umfangreichen Bautätigkeiten mit Erschütterungen auf dem benachbarten Hobshofgelände geboten.
Es besteht die reale Gefahr, dass eine dann frisch sanierte Kapelle nach Fertigstellung der umfangreichen Neubauten daneben, wieder massive Risse aufweist und die Sanierungskosten in Gänze nochmals gravierend ansteigen werden. Die Liste von “überraschenden Planänderungen” und langjährigen Sanierungen von Baudenkmälern mit ausufernden Kosten durch die öffentliche Hand ist bekanntlich sehr lang. Auch in der lokalen Umgebung wurde das kürzlich wieder bei der Sanierung der Baudenkmäler Beethovenhalle Bonn und Kölner Oper durch die jeweiligen Stadtverwaltungen in beeindruckender Form demonstriert.